Sofija Radoš
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+385 91 6311 621 sofija.rados@ahk.hrDie Konjunkturumfrage der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer (AHK Kroatien) zeigt, dass Kroatien in der Wirtschaft weiterhin hohes Vertrauen genießt. Zugleich fallen die Erwartungen der Unternehmen für das Jahr 2026 zurückhaltender aus als noch ein Jahr zuvor. Kennzeichnend für die diesjährigen Ergebnisse sind eine stabile aktuelle Lage, vorsichtigere Beschäftigungs- und Investitionspläne sowie zunehmende Belastungen durch Arbeitskosten, Energiepreise und internationale Unsicherheiten.
Die Mehrheit der Befragten bewertet die aktuelle wirtschaftliche Lage in Kroatien weiterhin als stabil; Ähnliches gilt für die Einschätzung der eigenen Geschäftslage. Der Blick nach vorn fällt jedoch deutlich zurückhaltender aus als im Vorjahr. Die Unternehmen erwarten keinen deutlichen Einbruch, rechnen jedoch zunehmend eher mit Stagnation als mit stärkerem Wachstum. Besonders sichtbar wird dies bei den Beschäftigungs- und Investitionsplänen, die vorsichtiger ausfallen als im vergangenen Jahr.
Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass Kroatien seine gute Position als Geschäfts- und Investitionsstandort behauptet. Die Bereitschaft eines großen Teils der Befragten, Kroatien erneut als Standort für ihre Geschäftstätigkeit zu wählen, bestätigt, dass das Land auch unter Bedingungen größerer internationaler Unsicherheit attraktiv bleibt. Gestützt wird diese Einschätzung durch die positive Wahrnehmung der EU-Mitgliedschaft, der Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur sowie der Energieversorgung.
Eine der zentralen Aussagen der diesjährigen Umfrage ist die Verschiebung der Prioritäten innerhalb der Wirtschaft. Während in den vergangenen Jahren der Fachkräftemangel im Mittelpunkt stand, rücken 2026 Arbeitskosten und Energiepreise zunehmend in den Vordergrund. Dies zeigt, dass sich die unternehmerische Planung schrittweise von Wachstumsfragen hin zu Themen wie Effizienz, Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit verlagert.
Zusätzlich beeinflusst das globale Umfeld die Stimmungslage. Ein Teil der Befragten spürt bereits die Folgen der aktuellen Veränderungen im Welthandel, vor allem in Form steigender Kosten, höherer regulatorischer Anforderungen und gelegentlicher Störungen in den Lieferketten. Diese Ergebnisse bestätigen, dass internationale Risiken nicht mehr nur den äußeren Rahmen wirtschaftlichen Handelns bilden, sondern zu Faktoren geworden sind, die Kosten, Planung und Resilienz der Unternehmen unmittelbar beeinflussen.
„Die diesjährigen Ergebnisse bestätigen, dass Kroatien ein stabiler und attraktiver Wirtschaftsstandort bleibt, zugleich aber auch, dass die Unternehmen zurückhaltender planen als zuvor. Dabei spielen nicht nur die inländischen Kosten und Rahmenbedingungen eine Rolle, sondern auch das breitere europäische Umfeld. Da Deutschland weiterhin einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Kroatiens ist, ist es nachvollziehbar, dass sich die dortigen wirtschaftlichen Entwicklungen auch auf die Stimmung und die Planungen der Unternehmen auf dem kroatischen Markt auswirken“, betonte Timo Pleyer, Geschäftsführer der AHK Kroatien.
„Die kroatische Wirtschaft erwartet weitere Fortschritte bei der Qualität des Geschäftsumfelds. Dies gilt insbesondere für die Rechtssicherheit, den steuerlichen Rahmen und die Effizienz der Verwaltung. Gerade Fortschritte in diesen Bereichen werden eine wichtige Rolle dabei spielen, die Wettbewerbsfähigkeit Kroatiens zu stärken und die Voraussetzungen für langfristig nachhaltiges Wachstum zu schaffen“, sagte Marjan Vučak, Präsident der AHK Kroatien.
Die Ergebnisse der diesjährigen Umfrage zeigen somit, dass Kroatien seine gute Position als Geschäfts- und Investitionsstandort weiterhin behauptet, die Unternehmen unter den aktuellen Rahmenbedingungen jedoch zurückhaltender planen als in den vergangenen Jahren. Gerade deshalb bleibt eine weitere Stärkung von Rechtssicherheit, Planbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsumfelds von zentraler Bedeutung, damit sich das bestehende Vertrauen möglichst umfassend in neue Investitionen, Beschäftigung und nachhaltiges Wirtschaftswachstum umsetzen lässt.
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