"Herausforderung war, eine neu gegründete Kammer zu etablieren"

Die AHK Kroatien feiert dieses Jahr den 15. Jahrestag ihrer Grundung im Oktober 2003. Anlässlich dieses Jubiläums sprachen wir mit den ehemaligen Präsidenten und Geschäftsführern der Kammer, die auf ihre Amtszeiten auf diesen Posten und ihre wichtigsten Momente, größte Herausforderungen und schönste Erinnerungen zurückblickten. Juana Deutschmann Grund war die erste Präsidentin der AHK Kroatien.

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Juana Deutschmann-Grund wurde 1947 in Buenos Aires, Argentinien, geboren. In ihrem beruflichen Werdegang widmete sie sich der Wirtschaft und spezialisierte sich auf dem Fachgebiet der Informatik. Auf diesem Gebiet konnte sie diverse Funktionen bei IBM, Rank Xerox, MTU und Tochterunternehmen der Daimler AG bekleiden. Die Leitung der Daimler-Repräsentanzbüros für Kroatien, Slowenien und Bosnien-Herzegovina wurden ihr bis zu ihrer Pensionierung Ende 2005 übertragen. Das Amt der Präsidentin der AHK Kroatien hatte sie von 2003 bis 2004 inne.

Was waren die Höhepunkte Ihrer Amtszeit als AHK-Kammerpräsidentin?

Als Höhenpunkt des Zusammenwirkens von kroatischen und deutschen Vertretern aus Politik und Wirtschaft empfand ich die Inauguration der Deutsch-Kroatischen Auslandshandelskammer in Kroatien in Anwesenheit vom Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem kroatischen Premierminister Ivica Racan am 30. Oktober 2003.

Wie war Ihr Eindruck von Kroatien als Land und Standort während dieses Zeitraums?

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten aufgrund der kroatischen Bürokratie (damals ein Staat im Transitionsprozeß) konnten die in Kroatien agierenden Repräsentanten deutscher Unternehmen unter dem Dach des Delegiertenbüros der Deutschen Wirtschaft schnell positive Akzente in wirtschaftsbezogenen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereichen Deutschlands und Kroatiens setzen und kommunizieren und dadurch das Potential beider Länder zu einer beidseitigen Gewinnsituation führen. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die von Anfang an sehr große Wahrnehmung und das starke Interesse an unserer Arbeit seitens kroatischer Unternehmen und politischer Institutionen.

Was waren die größten Herausforderungen, die die Kammer und Sie als ihre Präsidentin damals bewältigen mussten?

Die größte Herausforderung in meiner Amtszeit war sicherlich der Aufbau des Standorts der Kammer in Kroatien. Im Mai 2000 trafen Herr Thomas Gindele, der erst kürzlich entsandte Delegierte der Deutschen Industrie- und Handelskammer, und ich uns erstmals in der Repräsentanz des Daimler Konzernes am Zrinjevac. Als dessen Repräsentantin begrüßte ich diesen ersten Schritt der Deutschen IHK, Kroatien als neuen Standort gewählt zu haben. Herr Gindeles Ziele waren, das Wirken der bereits vorhandenen Deutschen Wirtschaft in Kroatien zu bündeln, weitere deutsche Unternehmen für Investitionen in Kroatien zu gewinnen, die Zusammenarbeit mit der kroatischen Wirtschaft zu intensivieren und bilaterale Wirtschafts- und Handelshürden zwischen Kroatien und Deutschland abzubauen. Aber auch nach dem 30. Oktober 2003 blieben die Herausforderungen, eine neu gegründete Kammer in ihrem Land zu etablieren.

Woran erinnern Sie sich besonders gerne?

Als sehr positiv empfand ich die inhaltlich und organisatorisch gut konzipierten Veranstaltungen des Delegiertenbüros der Deutschen Kaufmannschaft, die aktiv von allen in Kroatien tätigen Vertretern deutscher Unternehmen mitgetragen wurden. Ich erinnere mich besonders gerne an unsere kroatischen Kollegen und Mitarbeiter, die wissbegierig, kreativ und unermüdlich unsere Vorhaben mit ihrem lokalen Wissen unterstützten. Persönlich empfand ich meine Wahl zur ersten Präsidentin der Deutsch-Kroatischen Kaufmannschaft, der späteren Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer, als große Ehre.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Nachfolger?

Besondere Tipps an meinen Nachfolger habe ich nicht, aber dank dem stetigen Informationsfluss aus der AHK Kroatien bin ich über die Fortsetzung und dem Ausbau der damaligen Ziele sowie über die Erweiterung des Tätigkeitsportfolios der Kammer, besonders im Bereich Wirtschaftsausbildung, bestens informiert. Deshalb kann ich, in an Betracht der tollen Arbeit die geleistet wurde und wird, sagen, dass spezielle Tipps nicht notwendig erscheinen. Vielmehr möchte ich allen meiner Nachfolger aber auch der gesamten Mannschaft der AHK Kroatien für ihre Arbeitsergebnisse meinen Glückwunsch aussprechen.

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