"Ziel ist die Senkung der Deponierungsquote"

Der erste Strategie-Workshop der Exportinitiative Umwelttechnologien des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zum Thema "Nachhagtige Abfall- und Kreislaufwirtschaft in Kroatien" fand am 26. September 2018 in der ostkroatischen Stadt Županja statt. Schwerpunkt war es, Prioritäten, Erwartungshaltungen, Ziele und Unterstützungsbedarfe zu definieren.

Am Workshop nahmen über 20 Teilnehmer aus Kommunalbetrieben und Lokalverwaltungen der Region Slawonien teil.

Zentrales Element des Workshops waren zwei Arbeitsgruppen zu den Themen Umgang mit Altdeponien, Reduzierung der Umweltauswirkungen und Möglichkeiten der Verwertung von Abfällen. Ziel der Arbeitsgruppen war es, Prioritäten zu setzen, die Erwartungshaltung und damit die Unterstützungsbedarfe zu bestimmen sowie Lösungsansätze zu diskutieren.

In der Arbeitsgruppe zum Umgang mit Altdeponien wurde über mögliche Lösungen zur Entsorgung von asbesthaltigen Abfällen, Schlacht- und Tierabfälle sowie einen rentablen Transport von Bioabfällen diskutiert. Die zweite Arbeitsgruppe fokussierte sich hingegen auf Themen wie Mülltrennung und Recycling, Kostensenkung, die Wiederverwertung von Sonderabfällen und Lösungsbedarfe für Bauschutt und Textilabfälle.

In beiden Arbeitsgruppen wurden Lösungsvorschläge sowie Handlungsempfehlungen und Ideen für den 2. Workshop, der im Dezember geplant ist, erarbeitet. So wurde beispielsweise eine in Deutschland angewandte Lösung für asbesthaltige Abfälle in Form von staubdichten Big Bags vorgestellt. Eine weitere Erfahrung, die zur deutschen Praxis gehört, ist dass sich dort Städte und Gemeinden zusammenschließen, um gewisse Mengen an Sonderfällen zu sammeln, die dann verkauft werden können.

Als weitere Schwerpunkte für die zukünftige Diskussion gelten Rahmenbedingungen für Deponieschließungen und die bessere Abfallverwertung im Hinblick auf eine mögliche technische Trocknung von Abfällen und der dann optimierten Abfallsortierung. Der Fokus liegt weiter auf der Entsorgung von Bioabfällen und dem Aufbau des geplanten Regionalen Abfallwirtschaftszentrums in Orlovnjak bei Osijek.

Geleitet wurden die Arbeitsgruppen von Werner Bauer von der ia GmbH-Wissensmanagement und Ingenieurleistungen und Hans-Joachim Alfeld, der im Auftrag der Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde entsandt wurde.

Im einleitenden Vortragsteil der Veranstaltung informierten die deutschen Experten zudem über die Abfallwirtschaft in Deutschland im Hinblick auf den Stichtag 1. Juli 2005 und die Moderne Kreislaufwirtschaft vor dem Aspekt Kommunale Akteure – private Umsetzung. Das kroatische Umweltministerium präsentierte zudem Stand und Entwicklungsrichtungen der Abfall- und Kreislaufwirtschaft in Kroatien, woran sich die Vorstellung der Sachlage und der größten Herausforderungen in der ausgewählten Gemeinde Županja anschloss.