"Die Kammer leistete bemerkenswerte Beiträge zur Vertiefung deutsch-kroatischer Kooperationen"

Die AHK Kroatien feiert dieses Jahr den 15. Jahrestag ihrer Grundung im Oktober 2003. Anlässlich dieses Jubiläums sprachen wir mit den ehemaligen Präsidenten und Geschäftsführern der Kammer, die auf ihre Amtszeiten auf diesen Posten und ihre wichtigsten Momente, größte Herausforderungen und schönste Erinnerungen zurückblickten. Dr. Peter Presber war Geschäftsführer der AHK Kroatien von 2005 bis 2013.

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Dr. Peter Presber wurde 1950 in Halle geboren. Nach der Ausbildung zum Kaufmann studierte er Wirtschaftswissenschaft und promovierte anschließend in internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Im Jahr 1991 wurde er Trainee und später Mitarbeiter der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Dänemark, wonach er zur Delegation der Deutschen Wirtschaft in Russland wechselte. Nach einem Jahr als Personalberater in Berlin wurde er 1997 stellvertretender Leiter des Büros des Verbandes der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation und 1998 Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Bosnien und Herzegowina. Von 2001 bis 2004 arbeitete Dr. Presber als Referent für GUS, SOE und Türkei im Deutschen Industrie- und Handelskammertag in Berlin. Von 2005 bis 2013 hatte er das Amt des Geschäftsführer der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer in Zagreb und Delegierten der Deutschen Wirtschaft in Bosnien und Herzegowina in Sarajevo inne.

Was waren die Höhepunkte Ihrer Amtszeit als AHK-Geschäftsführer?

Mit großem Elan der Mitarbeiter und dank der Begeisterungsfähigkeit des ehrenamtlichen Vorstands und vieler Mitgliedsunternehmen konnte die Kammer in einigen Bereichen bemerkenswerte Beiträge zur Verbreiterung des Erfahrungsaustausches und zur Vertiefung deutsch-kroatischer Kooperationen leisten, wie z. B. zu den Themenkomplexen erneuerbare Energien und Steigerung der Energieeffizienz.

Wie war Ihr Eindruck von Kroatien als Land und Standort während dieses Zeitraums?

In Deutschland war Kroatien vorwiegend als Tourismusdestination bekannt. Bei der Werbung für Geschäftsbeziehungen mit kroatischen Unternehmen haben wir gelernt, dass außenwirtschaftlich aktive mittelständische Unternehmen oft auch deshalb sehr zögerlich bei der Beschäftigung mit dem relativ kleinen kroatischen Markt waren, weil sie mit der Nutzung der sich aus den EU-Erweiterungen 2004 und 2007 ergebenden umfangreichen Chancen an eigene Kapazitätsgrenzen stießen.

Was waren die größten Herausforderungen, die die Kammer und Sie als ihr Geschäftsführer damals bewältigen mussten?

Belastbare Informationen über den Markt, über Unternehmen und über die Spielregeln auf diesem Markt sind eine wichtige Voraussetzung, um nachhaltige und gegenseitig vorteilhafte Wirtschaftsbeziehungen aufbauen zu können. Interessierten Unternehmen dafür seriöse und hilfreiche Dienstleistungen anzubieten gehört zu den typischen Aufgaben einer Auslandshandelskammer. Die Herangehensweise und auch der Aufwand dafür waren in einem Land wie Kroatien verständlicherweise anders als z. B. in Deutschland. Kroatien hatte erst unlängst seine staatliche Selbständigkeit erreicht, befand sich in der Transition und gleichzeitig auf dem Weg in die Europäische Union und auch die wirtschaftlichen Beziehungen zu den ebenfalls gerade erst selbständig gewordenen Nachbarländern waren durchaus kompliziert. Die eigentliche Herausforderung für die Arbeit der Kammer aber war der überraschend starke Gegenwind aus deutschen Institutionen.

Woran erinnern Sie sich besonders gerne?

Besonders gern erinnere ich mich an die Aufbruchstimmung nach dem Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen im Oktober 2005.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Nachfolger?

Ich wünsche ihnen, dass sie trotz der in Kroatien verbreiteten Fremdsprachenkenntnisse und trotz der perfekten Zweisprachigkeit der Kammer-Mitarbeiter mehr Zeit und auch Muße für die Beschäftigung mit der kroatischen Sprache finden.

AHK Kroatien im Jahr 2030 – was fällt Ihnen zuerst ein?

Die AHK Kroatien im Jahr 2030 ist ein in kroatischen und deutschen Wirtschaftskreisen geachteter und nachgefragter Dienstleister für Unternehmen sowie ein Zentrum für den Informations- und Erfahrungsaustauschs von Unternehmern.