Ex-Kammerpräsident Dogan: "Kroatien ist ein Land voller hervorragender Möglichkeiten für eine florierende Wirtschaft"

Die AHK Kroatien feiert dieses Jahr den 15. Jahrestag ihrer Grundung im Oktober 2003. Anlässlich dieses Jubiläums sprachen wir mit den ehemaligen Präsidenten und Geschäftsführern der Kammer, die auf ihre Amtszeiten auf diesen Posten und ihre wichtigsten Momente, größte Herausforderungen und schönste Erinnerungen zurückblickten. Dr. Dino Dogan hatte das Amt des Kammerpräsidenten von 2012 bis 2014 inne.

  • © AHK Kroatien

Dr. Dino Dogan wurde 1963 in Stuttgart geboren. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre und anschließender Promotion an der Universität Stuttgart begann er 1993 seine internationale Managerlaufbahn. So war er 24 Jahre für die Unternehmen Alcatel, Telekom Austria, Deutsche Telekom, Boston Consulting Group und JCDecaux in verschiedenen Ländern aktiv. In Kroatien war er CFO der Vipnet (2003-2009) und CFO der Hrvatski Telekom (2011-2014) sowie der CEO der Europlakat (2014-2017). Heute leitet er sein bereits 2008 in Zagreb gegründetes Unternehmen Macaklin d.o.o., das sich mit Unternehmensberatung und Designlösungen (Grafik und Wegleitsysteme) beschäftigt. Darüber hinaus ist er Dekan der Luxembourg School of Business in Luxemburg und Professor an der Zagrebačka škola ekonomije i managementa (ZŠEM).

Was waren die Höhepunkte Ihrer Amtszeit als AHK-Kammerpräsident?

Ich hatte das Glück, in einer sehr dynamischen Periode Präsident der Kammer zu sein. Insofern darf ich als Höhepunkte erwähnen:

  • Der Beitritt Kroatiens zur EU. Unter anderem war ich auf Einladung der HDZ als Kammerpräsident der Hauptvortragende bei deren Empfang anlässlich des EU-Beitritts Kroatiens, dem auch der deutsche Botschafter beiwohnte. Es war eine einmalige Gelegenheit, aus Sicht der Kammer, wichtigen Entscheidungsträgern des Landes die strategischen Möglichkeiten Kroatiens zur nachhaltig positiven wirtschaftlichen Entwicklung aufzuzeigen.
  • Das Vorantreiben der Entscheidung zum Kauf einer eigenen Immobilie für die Kammer und der Einzug in die eigenen Räumlichkeiten in der Strojarska Ulica in Zagreb.
  • Die Feier anlässlich des 10. Geburtstags der Kammer im Zagreber Museum für zeitgenössische Kunst mit hochrangigen Gästen aus Deutschland und Kroatien.
  • Der Besuch der damaligen deutschen Wirtschaftsministers Philipp Rösler in Kroatien.

Was war Ihr Eindruck von Kroatien als Land und Standort während dieses Zeitraums?

Damals wie heute ist Kroatien ein Land voller hervorragender Möglichkeiten für eine florierende Wirtschaft. Leider hat es bislang niemand geschafft, diese Potentiale zum Nutzen der breiten Bevölkerung zu erschließen. Die Gründe hierfür sind seit langem wohl bekannt und ausführlich in der Öffentlichkeit kommuniziert und diskutiert worden.

Was waren die größten Herausforderungen, die die Kammer und Sie als ihr Präsident damals bewältigen mussten?

Der EU-Beitritt Kroatiens zum 01.07.2013 hatte seinerzeit großes Interesse der deutschen Wirtschaft an Kroatien hervorgerufen. Wir hatten damals alle Hände voll zu tun, die entsprechenden Informationsbedürfnisse abzudecken. Dennoch meine ich, ist es uns gelungen, die Interessierten professionell über den Beitrittsprozess und die damit verbundenen Änderungen in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufzuklären. Dabei war es immer einer Gratwanderung zu kommunizieren, was faktisch an positiven Möglichkeiten mit dem EU-Beitritt Kroatiens verbunden war und was in der kroatischen Realität davon tatsächlich an Reformen beziehungsweise Änderungen ankommt.

Woran erinnern Sie sich besonders gerne?

An die höchst professionelle und menschlich sehr angenehme Zusammenarbeit mit dem Team der AHK Zagreb.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Nachfolger?

Immer schön authentisch bleiben. Wenn man von der Richtigkeit seiner Ideen und Aufgaben überzeugt ist, dann muss man gelegentlich auch Schläge unterhalb der Gürtellinie einstecken können – never give up for a good thing!

AHK Kroatien im Jahr 2030 – was fällt Ihnen zuerst ein?

Dass die AHK Kroatien noch viel mehr Arbeit hat als heute, weil Kroatien es bis dahin (irgendwie) geschafft hat, seine Wirtschaft nachhaltig anzukurbeln und der breiten Bevölkerung einen signifikant höheren Lebensstandard zu ermöglichen.