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AHK-Wirtschaftsumfrage zeigt: Unternehmen unzufrieden

06.04.18 AHK Kroatien - News-Hauptkategorie

Hauptgrund der Unzufriedenheit sind ausbleibende Reformen

Die Prognosen des Wachstums der kroatischen Wirtschaft sind in diesem Jahr beachtlich schlechter als 2017. Das zeigen die neuesten Ergebnisse der Konjunkturumfrage, die die AHK Kroatien unter 140 Mitgliedsunternehmen und einigen der führenden Unternehmen in Kroatien im Februar durchführte. Obwohl der Anteil der Unternehmer, die nach eigenen Angaben wieder in Kroatien investieren würden, in den vergangenen Jahren hohe 80% betragen hatte, sank er in der aktuellen Umfrage auf sogar 68%. Als Hauptgrund für ihre Unzufriedenheit führen die in Kroatien tätigen Unternehmen weiterhin die fehlenden Reformen an.

Die aktuelle Wirtschaftslage in Kroatien und die Konjunkturaussichten wurden negativer bewertet als die eigenen Geschäftsaussichten. So beurteilten nur 10% der befragten Unternehmen die aktuelle wirtschaftliche Situation im Land als gut und lediglich 33% von ihnen sind der Meinung, die kroatische Wirtschaft entwickele sich in eine positive Richtung (im Vergleich zu 57% im Jahr 2017). Im Gegensatz zu Kroatien verbesserte sich aus Unternehmersicht die Lage in den Ländern Mittel- und Osteuropas, weshalb diese von 37% von ihnen als gut bewertet wurde (im Vergleich zu 30% 2017). Auch die Zahl der Unternehmen, die mit einer Verbesserung der Wirtschaftlsage an ihrem Standort rechnen, nahm zu – von 30% im vergangenen auf 39% in diesem Jahr. Bei der Einschätzung der eigenen Geschäftsaussichten sind die in Kroatien tätigen Unternehmen fast gleicher Meinung wie jene in Mittel- und Osteuropa: 57% glauben, dass Sie in der kommenden Zeit besser Geschäfte machen werden, was als Zeichen des Optimismus unter kroatischen Unternehmern gedeutet werden könnte.

Einen leichen Anstieg auf 42% erwarten die Unternehmen im Bereich des Exports (2017: 34%), ein Rückgang um fünf Prozentpunkte auf 42% wird bei den geplanten Investitionen erwartet. Als größte Hürden für die Unternehmensentwicklung werden weiterhin die hohe Steuerbelastung, das Steuersystem und die Steuerbehörden, Korruption, Rechtssicherheit sowie die öffentliche Verwaltung angesehen. Als beste Vorteile am Standort Kroatien nennt die Unternehmerschaft die EU-Mitgliedschaft, die akademische Ausbildung und Qualifikation der kroatischen Arbeitnehmer, ihre Produktivität sowie die gut ausgebaute Infrastruktur. Im Vergleich zu den Staaten Mittel- und Osteuropas nimmt Kroatien als Investitionsstandort wieder den achten Platz, den es mit Ausnahme von 2017, als es auf Rang 7 kletterte, seit dem Jahr 2014 besetzt. Die ersten drei Plätze belegen Tschechien, Polen und Estland.

Sogar 57% der Befragten sind für die Einführung des Euro, 2017 betrug dieser Wert 46%.

Die AHK Kroatien führt ihre Konjunkturumfrage seit nunmehr 13 Jahren, zeitgleich mit 16 weiteren deutschen Auslandshandelskammern in Mittel- und Südosteuropa durch. Vorgestellt wurden die Ergebnisse der Umfrage von dem Präsidenten der AHK Nicolas Baron Adamovich, dem Geschäftsführer der AHK Kroatien Sven Thorsten Potthoff und den Vorstandsmitgliedern Davor Tomašković (CEO von Hrvatski telekom) und Dorotea Effenberger (CEO von Tahograf).