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Die kroatische Wirtschaft

Entwicklung des BIP

Cibona-Tower, Zagreb

Kroatien konnte bis 2008 ein langjähriges stabiles Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von durchschnittlich 4,2 Prozent aufweisen. Diese langjährige positive Tendenz wurde allerdings u.a. auch durch die Auswirkungen der globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise unterbrochen. Im letzten Jahr betrug das BIP-Wachstum nur 0,2 Prozent. Trotz der angekündigten neuen Welle öffentlicher Investitionen u.a. in die Bauwirtschaft, Energetik (einschließlich erneuerbarer Energien und Energieeffizienz) und Infrastruktur geht der Großteil der Wirtschaftsanalysten davon aus, dass es 2012 zum Rückfall in die Rezession mit einem Rückgang des BIP um real 1 bis 2 Prozent kommt, wohingegen die kroatische Regierung ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent erwartet. Für 2013 rechnet die Mehrzahl der Analysten und Institute aber mit einem wieder spürbaren Wachstum.

Mittel- und langfristig sind weitere Modernisierungen und Investitionen, vor allem in den Wachstumsbranchen Energie-, Bahn-, Hafen- und Straßenausbau, Wasserversorgung, Abfall- und Abwasserbehandlung, Logistik und Tourismus zu erwarten. Zu weiteren Branchen mit den mittelfristig besten Wachstumsaussichten zählen der Telekomsektor, die Nahrungsgüterwirtschaft sowie die Papier- und Zellstoffindustrie. Die erwartete Investitionsbelebung sowie der Nachhol- und Modernisierungsbedarf in verschiedenen Branchen bietet deutschen Ausrüstungsherstellern wieder bessere Lieferchancen.


Außenhandel

Auch der kroatische Import, der 2010 und 2011 von der Wirtschaftskrise stark betroffen war, soll im laufenden und kommenden Jahr wieder anziehen. Die Prognosen schwanken zwischen 0,9 und 1,7 Prozent für 2012 und für 2013 zwischen 1,5 und 5,2 Prozent. Dabei sind die Länder der Europäischen Union, angeführt von Italien und Deutschland, die wichtigsten Handelspartner Kroatiens.

Das beträchtliche Handelsdefizit, das zum Großteil durch die Tourismuseinnahmen ausgeglichen wird, ist vor allem Resultat einer noch nicht ausreichenden internationalen Wettbewerbsfähigkeit vieler kroatischer Produkte. Um dem entgegenzuwirken gehört seit einiger Zeit die Steigerung der Konkurrenzfähigkeit der kroatischen Industrie zu den primären wirtschaftspolitischen Zielen. Trotz der im regionalen Vergleich relativ hohen Arbeitskosten gibt es in einigen auch hochtechnologischen Bereichen Produkte, die mit großem Erfolg international vermarktet werden. Grundlage dafür sind u. a. eine qualifizierte und zum Teil mehrsprachige Arbeitnehmerschaft, die (mit Ausnahme der Eisenbahn) gute Infrastruktur und die günstige Lage an wichtigen transeuropäischen Verkehrskorridoren.


Ausländische Direktinvestitionen

Um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, spielen Auslandsinvestitionen eine wichtige Rolle. Im Zeitraum 1993 - 2011 sind rund 25,6 Mrd. Euro Auslandsinvestitionen nach Kroatien geflossen.

Zu den wichtigsten Herkunftsländern gehören neben Österreich die Niederlande und Deutschland. Aus diesen drei Ländern werden rund 52% der insgesamt nach Kroatien geflossenen Gesamtinvestitionen realisiert. In der Struktur der Auslandsinvestitionen dominieren der Finanzsektor (35%), gefolgt vom Großhandel (11%) und Post und Telekommunikation (7%).


Sektoren

Der Dienstleistungssektor nimmt mit einem Anteil von etwa 60% am BIP eine starke Stellung in der Wirtschaftstruktur Kroatiens ein. Der Tourismus erwirtschaftet als wichtigster Zweig des Dienstleistungssektors etwa ein Fünftel der Wertschöpfung des Landes und zählt als das Zugpferd der kroatischen Wirtschaft. Neben dem Tourismus gehören der Einzelhandel, der Finanzsektor und Leistungen im Immobiliensektor zu den bedeutendsten Zweigen des Dienstleistungssektors.

Die Industrie trägt heute mit einem Anteil von ca. 20% zur Wertschöpfung des Landes bei und beschäftigt rund 23% der aktiven Bevölkerung des Landes. Die verarbeitende Industrie ist mit einem Anteil von 91% am Gesamtexport des Landes beteiligt. Der Industriesektor befindet sich in einem Wandel, der durch Restrukturierungsprozesse, Maßnahmen zur Stärkung der Konkurrenzfähigkeit sowie die Einführung von Qualitäts- und Umweltstandards gekennzeichnet ist. Die Zukunft der kroatischen Industrie liegt in der Einführung moderner Technologien und neuer Produkte, der Zusammenarbeit und gemeinsamen Projekten mit ausländischen Partnern sowie der Erschließung neuer Märkte.

Quellen: Aufstellung der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer; Kroatische Wirtschaftskammer, Kroatische Nationalbank, Zagrebačka banka, Raiffeisenbank Kroatien, Germany Trade and Invest


Kontakt

Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer
Tel.: +385-1-6311 600
E-Mail: info(at)ahk.hr 

Weitere Informationen

Wirtschaftsdaten von Germany Trade & Invest zu Kroatien und Deutschland

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